Warum eine Woche ein besseres Mass ist als ein Monat.
Die meisten Budgetplaene scheitern an demselben Problem. Sie planen pro Monat. Anfang Monat ist Geld da, in der dritten Woche bricht es zusammen, am 28. wird der Dispokredit angeknabbert und am 30. mit dem neuen Gehalt geflickt. Auf dem Papier sieht es jeden Monat gleich aus — auf dem Kontoauszug nicht.
Klargeld plant pro Woche. Wir teilen den Monatsbetrag, der nach Miete und Fixkosten zur freien Verfuegung steht, durch vier oder fuenf, je nach Monat. Was uebrig bleibt, gehoert in diese Woche. Mehr nicht.
Wer am Freitag in der Woche drei noch 60 EUR uebrig hat, weiss, dass am Mittwoch wieder ein Wochenbeitrag kommt. Das ist eine andere psychologische Lage als ein halb leeres Konto bei einem entfernten Monatsende.
Die vier Spalten
Die Wochenkasse passt auf einen DIN-A4-Bogen mit vier Spalten. Erste Spalte: was wirklich noetig ist (Lebensmittel, Sprit, Schulgeld). Zweite Spalte: was geplant ist (Restaurantbesuch, ein Buch, der Friseur). Dritte Spalte: Spontankaeufe. Vierte Spalte: Notiz zu spaeter, falls etwas ueber die Wochenkasse hinausgeht und in eine Diskussion mit dem Partner gehoert.
Die meisten Kursteilnehmenden fuellen die Spalten am Anfang abends mit dem Kassenbon in der Hand aus. Nach drei Wochen genuegt es, sich zwei Mal pro Woche zwei Minuten Zeit zu nehmen. Es ist nicht viel Arbeit. Es ist eine Gewohnheit.
Warum handschriftlich
Wir empfehlen drei Wochen lang Papier. Nicht aus Nostalgie, sondern weil sich Zahlen, die man selbst notiert, anders einpraegen als Zahlen, die ein Programm sortiert. Wer danach digital weiterarbeiten will, kann auf eine simple Excel-Tabelle umsteigen — wir liefern eine Vorlage mit. Apps wie YNAB oder Finanzguru funktionieren ebenfalls; sie sind aber kein Lehrgang. Eine App, die man nicht versteht, ist eine teure Tabelle.
Was die Wochenkasse nicht ist
Die Wochenkasse ist kein Sparsystem. Sie macht nicht reich, sie verspricht keine bestimmte Sparquote, sie gibt keine Garantie. Sie sorgt dafuer, dass Sie wissen, wo Sie stehen. Das reicht in den meisten Faellen schon, um den Dispokredit loszuwerden und nach sechs Monaten einen kleinen Notgroschen zu haben.
Wer ein konkretes Sparziel hat — eine Mietkaution, ein Familienauto, eine Reise — bekommt im Begleitkurs eine eigene Vorlage dafuer. Auch hier rechnen wir pro Woche, nicht pro Monat.
Wer die Methode nicht braucht
Wir sind ehrlich: ein Haushalt mit ueberschaubarem Einkommen, klarem Ausgabemuster und gemeinsamer Buchhaltung am Esstisch braucht Klargeld nicht. Wer aber merkt, dass am Monatsende mehr fehlt, als rechnerisch sollte, oder wer einen Partner hat, mit dem Geld ein Reizthema ist, fuer den ist der Kurs gemacht.